Borderline
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Der Alltag mit Borderline

Einen Morgentermin, einen Abendtermin und drei Mahlzeiten pro Tag sollen mir dabei helfen Struktur zu finden. So habe ich mir das ausgedacht.

Doch an schlechten Tagen ist mir nun mal alles egal.

Die Außenwelt erscheint unwirklich, wie soll ich mich da an Termine erinnern? Wer gerade ertrinkt denkt auch nicht an seine Kleidung.

Ich hab Angst vor Dir.

Ich hab Angst, dass Du mir was weg nimmst.

Ich kann es nicht genau beschreiben. Verstehst Du, ich weiß, dass ich zu viele Risiken eingehe, dass ich aufpassen muss. Ich trage zwei Persönlichkeiten in mir und Beide bekämpfen sich , doch ab und zu sind sie eins, und können das vollbringen, wonach sich jeder Mensch sehnt. Jeder Tag ist vollkommen neu, ich kann mich nicht erinnern, dass man mir gestern erzählte, wie sehr man mich liebt. Die bösen Schmetterlinge in meinem Bauch verraten mir, dass sich alles verändert hat. Vor fünf Minuten war die Welt vollkommen. Der Andere hat auf die Uhr gesehen, vermutlich nerve ich ihn seit geraumer Zeit, er traut sich nicht mir die Wahrheit zu sagen. Seine Zeichen verselbständigen sich in meinem Kopf. Ich ziehe Vergleiche, erinnere mich an Trennung, dass man mir sagt, man könne mir nicht mehr helfen. Ich sollte ihn betrügen und verletzen, dass es kein Zurück mehr gibt, ich meine Kontrolle behalte, ihn zum Teufel jagen, wo er hingehört, nachdem er mich so behandelt hat. Kann so nicht mehr leben, flippe aus, ich sei ihm doch völlig egal. Er steht auf, sagt dass er genug hätte, dass er geht. Ich umklammere hin, flehe ihn an zu bleiben, plötzlich weiß ich wieder, dass er mich mag, wieder mal hat er es mir bewiesen. Die Nacht bringt mir keine Erholung, Gedanken verändern sich, Gefühle bleiben, allerdings oft nur die Schlechten. Keine Auflösung, selbst nach stundenlangen Versöhnungsgesprächen. In meinem Inneren vertraue ich Niemandem, meine Logik stimmt dennoch zu. Wünsche mir den Nullpunkt, damit ich mich wieder füllen kann, denn Entleeren kann ich mich kaum, manchmal betäube ich mich oder spucke alles raus, doch dann werde ich ganz kalt und mag Keinen mehr. Und dann kommt ganz plötzlich die erzwungene Pause. Leere stellt sich ein, mir ist unendlich langweilig. Auf nichts und niemand habe ich Lust, alle Gefühle sind weg, ich vermisse sie so, sogar die Bösen. Ich warte ab, es kommt nichts. Liege da, tagelang. Der Fernseher läuft.

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