Borderline
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Symptomatik

Die weitgefächerte klinische Symptomatik lässt sich in fünf Problembereiche untergliedern (M. Bohus, 2001):

1. Problembereich Affektregulation
2. Problembereich Selbstregulation
3. Problembereich psychosoziale Integration
4. Problembereich kognitive Funktionsfähigkeit
5. Problembereich Verhaltensebene

Zu 1.: Die Störung der Affektregulation äußert sich unter anderem in einer niedrigen Reizschwelle für die Auslösung von Emotionen, aber auch in einem sehr hohen Erregungsniveau mit ausgesprochen heftigen Emotionen. Viele PatientInnen erleben ein „Gefühlswirrwar“ oder zeitgleich sehr widersprüchliche und unterschiedliche Gefühle. Auch sehr starke aversive Spannungszustände, die mehrmals täglich auftreten können, fallen unter den Problembereich Affektregulation.

Zu 2.: Viele Betroffene berichten über über eine tiefgreifende Unsicherheit bezüglich der eigenen Identiät und Integrität. Es besteht eine ausgesprochen negative Einschätzung des eigenen Körperbildes.

Zu 3.: Viele BPS Betroffene erleben sich als „anders als Andere“, sie fühlen sich von der Welt abgeschnitten und isoliert. Im zwischenmenschlichen Bereich existieren Schwierigkeiten in Bezug auf die Regulation von Nähe und Distanz. Die Angst, verlassen zu werden führt zu dem Versuch, wichtige Personen permanent an sich zu binden. Gleichzeitig entsteht gerade durch Nähe und Geborgenheit ein hohes Maß an Angst. Daraus resultieren oft schwierige Beziehungen.

Zu 4.: Etwa 60% der PatientInnen mit BPS entwickeln eine dissoziative Symptomatik. Diese betrifft sowohl eine Veränderung der Raum/ Zeit und Ich-Wahrnehmung als auch eine Veränderung der sensorischen Wahrnehmung. Auch sogenannte Flashbacks , das heißt szenisches Wiedererleben von zum Teil traumatisierenden Erlebnissen, fallen unter den Problembereich kognitive Funktionsfähigkeit.

Zu 5.: Etwa 70%-80% aller PatientInnen mit BPS berichten über selbstschädigendes Verhalten in der Vorgeschichte. Darunter fallen unter anderem Schnittverletzungen, Verbrennen mit Zigaretten oder anderen heißen Gegenständen, Verätzungen oder Stichverletzungen. Auch Hochrisikoverhalten wie Rasen auf der Autobahn, Klettern auf Kräne, Balancieren auf Brücken oder Hochhäusern, Sitzen auf Bahnschienen bis das Vibrieren des nahenden Zuges zu spüren ist, fallen unter den Problembereich Verhaltensebene. Die Bereiche Drogenmissbrauch (Suchtverhalten) Zwangshandlungen, pathologisches Kaufverhalten, Promiskuität sowie aggressive Durchbrüche sind ebenfalls zu nennen. (M. Bohus, 2001, Borderline-Störung)

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